IRONMAN Austria 2018!

IRONMAN…. ist die Krönung im Triathlonsport – zumindest im Ausdauerbereich oder Langdistanzbereich. Ich habe in meiner aktiven Triathlonzeit – mittlerweile auch schon wieder 11 Jahr – 5 solcher Langdistanzen absolviert. Aber ich war noch nie beim Ironman in Klagenfurt am Start. Ich war zwar schon zwei mal angemeldet, doch musste ich beide male verletzungsbedingt absagen. Heuer sollte es dann doch so weit sein. Im Jahr wo ich 50 Jahre wurde durfte ich dann endlich am Start des legendärsten Triathlons stehen. Die Vorzeichen waren aber nicht gut. Zumindest nicht die in meinen Kopf. Je näher der Tag kam, redete ich mir ein, dass ich ziemlich schlecht drauf bin und eigentlich gar nicht laufen kann. Kommt wahrscheinlich daher, da ich in St. Pölten beim Halbironman ziemlich schlecht ausschaute. Ich reiste mit meiner Frau am Freitag an und ab dem Zeitpunkt wo ich meine Startunterlagen in der Hand hatte kam auch das Racefieber und ich war richtig motiviert. Soll beim Laufen doch passieren was will… dachte ich mir. Die erste Nacht verlief ruhig und normal. Am Samstag war der traditionelle Tag der Wettkampfbesprechung und des Eincheckens. In diesen Sachen hab ich schon genug Ruhe und Routine. Ich wickelte das nach ohne großem hin und her ab und verschwand wieder nach Pörtschach ins Freibad wo meine Frau schon auf mich wartete. Noch ein paar Stunden im Strandbad relaxen ehe es zum gemeinsamen Abendessen mit meinen Vereinskollegen des Tri Teams 1.USC Traun ging. Um 10 Uhr lag ich dann im Bett und ging den ganzen Triathlon noch einmal im Kopf durch…. zumindes bis in die Mitte ca. denn dann schlief ich anscheinend ein. Gut ausgeschlafen machten wir uns auf den Weg nach Klagenfurt in die Wechselzone. Das Rad mit Trinken und Essen bestückt, die Wechselsäcke noch einmal gecheckt und dann haben wir uns auf den Weg zum Start ins Strandbad gemacht. Da wurde es dann doch ein wenig hektischer und nervöser. Um 06:40 starteten die Profis und die 2400 Agegrouper warteten in den Startzonen darauf, dass der Rolingstart endlich begann. Dann ging es ziemlich schnell und um ca. 07:00 Uhr war ich auch schon im Wasser. Fast zu schnell weggegangen, musste ich 50 Meter lang extrem rausnehmen ehe ich dann meine gewohnte Reisegeschwindigkeit aufnehmen konnte. Bis 800 vor dem Ausstieg verlief alles normal, doch dann kam der “Lendkanal” . Ein kleiner enger seichter Kanal der vom Wörthersee dirket bis zum Schwimmausstieg beim Seehotel führte. Und der war grauslig, richtig grauslig. Und mit dem ruhigen Schwimmen war es auch vorbei. Ziemlich viele kleine Rangeleien und Platzkämpfe. Doch dann durfte ich doch aus dem Wasser steigen. Der Blick auf die Uhr machte mich nicht wirlich froh. 01:10:32 war zwar die schnellste Langdistanzeit ever, aber ich rechnete schon mit 01:07 in etwa. Ok abhaken, weitermachen. Der laaaange Weg in die erste Wechselzone zog sich enorm. Der Wechsel selber war perfekt. Am Rad fühlte ich mich am Anfang ziemlich wohl. Ich versuchte mein Tempo zu fahren, aber das war leider fast nicht möglich. Ich musste die meiste Zeit auf den ersten 30 Kilometern in Gruppen mitfahren. Sonst gab es keine Möglichkeit. Das ist der Nachteil bei Veranstaltungen mit so vielen Leuten. Windschattefreies Rennen gibt es da nicht. Aber so ist es halt. Auf der ersten Runde konnte ich die zwei Berge (Faakersee und Ruppertiberg) noch ganz gut meistern. Aber in der zweiten Runde wurden mir diese Anstiege fast ein wenig zuviel und da verlor ich leider einiges an Zeit. Auf den letzen 20km hatte ich auch ziemliche Krämpfe in beiden Wadln und dachte eigentlich dass ein Laufen gar nicht möglich ist. Meine Wunschzeit von 05:25-05.30 war schon längst verstrichen und das Ziel war noch nicht zu sehen. Nach 5 Stunden 42 Minuten stellte ich dann (wieder ein wenig enttäuscht) das Rad auf meinen Wechselplatz zurück und machte mich fertig zum Laufen. Wirklich vorsichtig lief ich weg und die ersten 17 Kilometer gingen erstaunlich gut. Wahrscheinlich auch darum, weil auf der Laufstrecke sooo viele bekannte Gesichter mich anfeuerten. An jedem Eck stand mindestens ein Bekannter und feurte mich an . Unter anderem auch meine Frau die mich lautstark pushte! Bis zum ersten Halbmarathon war eigentlich alles in bester Ordnung. Da war ich auch schon wieder sehr gut aufgelegt und wusste auf jeden Fall schon einmal, dass ich unter 12 Stunden ins Ziel kommen werde. Ab dem Halbmarathon kam dann meine Schwäche zum vorschein und ich musste Stückweise das Gehen anfangen. Immer 50 Meter gehen und dann wieder so weit laufen wie möglich. Aber auch das ging erstaunlicherweise sehr gut und nach gut 11einhalb Stunden lieg ich in den Zielkanal ein. Als ich die Ziellinie überquerte stand eine Zeit von 11 Stunden 30 Minuten und 34 Sekunden auf dem Leaderboard. Unterm Strich megahappy und sehr zufrieden. Von meinen bisher sechs absolvierten Langdistanzen war das meine Drittbeste Zeit. In meiner (neuen Altersklasse) M50 war das Rang 74 von 393 Finishern. Das ist mehr als in Ordnung.

Klagenfurt war auf jeden Fall eine Reise wert. Toporganisiertes Event mit extrem viel und lautstarker Unterstützung unzähliger Bekannter aus  Eferding, Linz und sonst wo……

Tja, und da ist dann noch was mit meinem großen Spruch den ich die letzten 4 Montag propagierte – ich mach nie wieder eine Langdistanz – . So was sag ich nie wieder, denn für 2019 bin ich schon wieder angemeldet und werde es noch einmal mit einer Bestzeit versuchen….

Alles Fotos von mir in Klagenfurt gibt es HIER (klick) zum anschauen.
Alle Ergebnisse könnt ihr HIER (klick) nachlesen.